….konnten wir beim Stadtspaziergang im August aufspüren. Zahlreiche Ruhestätten bedeutender Paderborner und Paderborner Familien gab es zu entdecken: Dombaumeister Güldenpfennig, Familie Schöningh, Bürgermeister Wördehoff, Dr. Rörig, Kaplan Langenohl sind nur einige der prägenden Persönlichkeiten, die das kulturelle, wirtschaftliche oder politische Leben der Stadt beeinflusst haben.
Und natürlich besuchten wir auch das Grab der Dichterin Luise Hensel, die ihre letzten Lebensjahre in Paderborn verbracht hatte. Hier gab es von unserem „Wanderführer“ Norbert Riese nicht nur Geschichten und Anekdoten aus ihrem Leben, sondern auch die gesungene erste Strophe ihres bekannten Gedichts „Müde bin ich, geh‘ zur Ruh“.
Orientierung auf dem weitläufigen Gelände des Friedhofs schenkte die wunderschön restaurierte Langenohl-Kapelle und der Brunnen – ein ehemaliger „Kump“ vom Westerntor – mit dem ewigen Licht. Oftmals jedoch mussten wir gemeinsam nach den Grabstätten suchen, doch der Spaziergang lohnte in der parkähnlichen Umgebung mit den hohen alten Bäumen.
Trotz des prognostizierten Starkregens blieb uns der Wettergott 60 Minuten wohlgesonnen, so dass wir unseren Rundgang relativ trocken beenden konnten. Nur der Ausflug in den Philosophenweg fiel dann sprichwörtlich ins Wasser; dieser romantische Hohlweg Richtung Oststadt verlangt eindeutig nach besserem Wetter. 😉
…in die Innenstadt führte uns diesmal unser Stadtspaziergang. Im stimmungsvollen romanischen Kreuzgang der Busdorfkirche, dem Pürting, konnten wir verweilen und etwas über das Wirken von Bischof Meinwerk erfahren. Dessen ambitioniertes Bauprogramm im 11. Jahrhundert prägt noch heute das Stadtbild mit Dom, Busdorfkirche, Abdinghofkirche und Bartholomäuskapelle.
Unser weiterer Weg führte uns vorbei an den repräsentativen Stadtresidenzen der umliegenden Klöster. Am Hardehauser Hof (heute Betreutes Wohnen für Senioren) und beim Dalheimer Hof am Kamp (heute Erzbischöfliches Palais) tauchten wir in das Leben vergangener Zeiten ein, bis uns die Musik des Frühlingsfestes wieder in die Gegenwart holte.
Das fröhliche, aber dichtgedrängte Treiben auf dem Rathausplatz sorgte für eine Planänderung. Durch die „Grube“ ging es nun zum Dom, zur Kaiserpfalz und Bartholomäuskapelle. Die architektonische Schönheit dieser Pfalzkapelle und deren wunderbare Akustik fasziniert bei jedem Besuch aufs Neue.
Vorbei am Quellbecken der Dielenpader warfen wir abschließend noch einen Blick auf das frisch sanierte Adam-und-Eva-Haus, dessen Fachwerkfassade mit den farbenfrohen Friesen in neuem Glanz erstrahlt. Dieses älteste Bürgerhaus der Stadt erhält im Herbst eine neue topaktuelle Nutzung als „Open Library“, einem Bibliotheksangebot und Veranstaltungsort.
Wenn schon der Frühling draußen auf sich warten lässt, so konnten wir beim 20. Stadtteilfrühstück wenigstens drinnen österliche Frühlingsstimmung aufkommen lassen. Osterglocken, niedliche Häschen-Deko, bunte Ostereier und natürlich ein reichhaltiges leckeres Frühstückbuffet sorgten für ein gemütliches Wohlfühlambiente. Im gut besuchten Nachbarschaftstreff wurde ausgiebig geschlemmt und geplauscht, sogar einige Lieder konnten gemeinsam angestimmt werden.
Danke an unser engagiertes und kreatives Frühstücksteam, das uns auch dieses Mal ein herrliches Stadtteilfrühstück herbeigezaubert hat.
Kurgäste in Paderborn? Heilwasser aus der Ottilienquelle?
Nicht viele Paderborner kennen die wechselvolle Geschichte der „Insel“ zwischen Pader und Rothebach mit ihren Heilquellen. Umso interessanter war daher der erste „Stadtspaziergang und Klönen“, der uns in Richtung „Insel“ und Ottilienquelle führte.
Angefangen als Erholungsort für die Mönche des Abdinghofklosters wurde das lauschige Gelände an den Flüssen zur „Curanstalt Inselbad“ mit öffentlichem Freibad und privatem Sanatorium (1850) und Heilwasser-Abfüllung. Noch heute erinnert der Name „Inselbadstadion“ an diese Bädergeschichte und natürlich die Ottilienquelle selbst.
Viel Neues konnten wir unterwegs von Norbert Riese erfahren. Wir wurden aufmerksam auf Orts- und Straßennamen, die einiges von der Stadtgeschichte verraten oder andeuten. So müsste das sogenannte „Detmolder Tor“ eigentlich „Heierstor“ heißen, da es ersteres als Paderborner Stadttor gar nicht gab. Und dass sich das Wort „Maspern“ von „Aspethera“ ableitet, der historischen Siedlung im „Espengehölz“.
Neben all den kurzweiligen Infos kam das Klönen beim Spazieren natürlich nicht zu kurz.
Ab sofort wird Herr Riese jeden ersten Sonntag im Monat um 15:30 Uhr am Rikus-Kreuz beim Reismann-Gymnasium (Gierstor) einen gemütlichen Spaziergang durch Paderborn anbieten und Wissenswertes erzählen. Wer dabei sein möchte, kommt einfach vorbei.
Auch die beiden Adventstreffen in der Uhlandstraße und Detmolder Straße verzauberten zahlreiche Besucher mit vorweihnachtlicher fröhlicher Stimmung. Festliche Beleuchtung, leckere Getränke und eine Überfülle an selbstgebackenen verführerischen Plätzchen ließen die Stunden in teils eisiger Kälte wie im Fluge vergehen. Alte Bekannte trafen sich wieder, neue Kontakte zu den Nachbarn wurden geknüpft und all das in einer herzlichen offenen Stimmung. Das ist Nachbarschaft vom Feinsten!
Ein großes Dankeschön an unsere freundlichen Gastgeberinnen und Gastgeber, die diese Begegnungen ermöglichten.