Nachbarschaft Paderborn Ost

Leben, wo die Sonne aufgeht

Zufriedenes Leben mit Parkinson

Veröffentlicht am 28.06.2019

Vor einiger Zeit, ganz unverhofft,
da hat`s an meiner Tür geklopft,
„Ich komm, ich komm ja schon“
rief ich
und sah, es war Herr Parkinson.

Er zog gleich bei mir ein.
Ins Dachgeschoss, da wollt` er rein.
„Unkündbar bin ich“,
rief er aus.
Seither wohnt er in meinem Haus.

„Der Chef in diesem Haus bin ich“
erklärt` ich ihm,
„und deshalb gilt für Dich:
Zieh Dich zurück in Deine Räume
und stör` nicht meine Lebensträume.“

Mit diesem selbst verfassten Gedicht begrüßte Angela Tops die interessierte Zuhörerschaft.
Die Autorin hat mit Geschichten und weiteren Gedichten aus ihrem Buch „Herr Parkinson und Ich“ authentisch und mit viel Tiefgang spüren lassen, welche Auswirkungen diese Krankheit für den Erkrankten sowie für die Familienangehörigen und Freunde hat.

Die Krise nach der Diagnose einer chronischen Krankheit als Chance des Wachsens zu begreifen, über sich und die Welt zu lernen, diese Erfahrung hat Angela Tops machen dürfen, nachdem sie „Herrn Parkinson“ angenommen hat.

LOSLASSEN vom bisherigen Leben – von den Kindern, dem Haus und Besitz, dem Groll über sich selbst oder andere.
DANKBARKEIT – sich erinnern, was das Leben einem alles geschenkt hat.
GELASSENHEIT – Wissen, dass letztendlich nur wenig planbar ist. Sich dem überlassen, was kommt. Den Augenblick bewusst leben.
HOFFNUNG – dass mit dem Tod nicht alles zu Ende ist. Jeder hat Spuren in dieser Welt hinterlassen.

Diese abschließenden Gedanken und der Austausch über Erfahrungen und Fragen haben uns reich beschenkt – herzlichen Dank an Angela Tops und ihre Verstärkung beim Vorlesen, Marianne Baumann, für die Impulse und Anstöße zur Selbstreflexion.