Waldpflanzaktion verschoben auf 26.02.2022
Endlich ist es soweit!
Am Samstag, 26.02. (wegen Sturm verschoben vom 19.02.) von 9.30 – 15 Uhr startet die Waldpflanzaktion an den Fischteichen. Treffpunkt ist an der Minigolfhütte. Gemeinsam mit der Umweltgruppe der UHUS vom Pelizaeus-Gymnasium wollen unsere Nature FANS bei der Wiederaufforstung helfen und zahlreiche kleine Bäume pflanzen.
Die Waldfläche an den Fischteichen musste wegen Borkenkäferbefall und Trockenschäden gerodet werden und soll nun unter der Leitung des Revierförsters Philip Fortströer in einen klimabeständigen Mischwald verwandelt werden.
Jetzt heißt es „Daumen drücken“ für gutes Pflanzwetter und dann ran an die Spaten!
Mehr Infos zum Konzept des Klimawalds hier:
Weitere Hinweise zur Waldpflanzaktion der UHUS (Pelizaeus-Gymnasium) und der Nature FANS (Nachbarschaftsverein Paderborn Ost e.V.) an den Fischteichen Paderborn
Die beiden Umweltgruppen engagieren sich zusammen mit Revierförster Philip Fortströer bei der Wiederaufforstung einer Waldfläche an den Fischteichen. Sie übernehmen für diese Flächen auch eine Patenschaft, d.h. sie werden sich in den kommenden Jahren auch immer wieder bei Pflegearbeiten engagieren.
Wegen Trockenheit, Hitze und starken Borkenkäferbefalls in den letzten Jahren mussten ca. 100 große Bäume (2/3 Fichten, 1/3 Lärchen) gefällt werden.
Ein Drittel des Holzes geht in die heimische Sägeindustrie und wird zu Brettern, Dachlatten usw. verarbeitet. Der überwiegende Anteil ist auf Grund der Holzqualität, fortgeschrittener Holzfäulen und Insektenbefall im Holz für diese Verwendung nicht mehr geeignet – hier bleibt leider nur die regionale Verarbeitung zur Spanplatte.
Der Standort ist nährstoffarm mit Grundwassereinfluss. Die aufzuforstenden Baumarten müssen unabhängig vom Klimawandel mit Trockenheit zurechtkommen und optimalerweise auch noch „nasse Füße“ vertragen.
Als Hauptbaumarten werden Stieleiche mit dienender (schattenspendender) Hainbuche gepflanzt. Ergänzt werden sie durch einige Flatterulmen. Räumlich etwas abgegrenzt, sollen Weißtanne und Küstentanne wachsen. Im Waldrand stehen Vogelkirschen, Schlehen und Kreuzdorn. Die Naturverjüngung aus Eberesche, Birke, Bergahorn u.a. wird nach Möglichkeit übernommen.
Die Anpassung unserer Wälder hin zu klimastabilen Mischwäldern ist eine generationenübergreifende Aufgabe. Die Kalamität der zurückliegenden Jahre kann auch als Chance verstanden werden, diesen Prozess etwas zu beschleunigen. Sich selbst überlassen, entwickeln sich Freiflächen irgendwann wieder allein zu Wald, in der Theorie in verschiedenen Entwicklungsstadien von Sträuchern und Pioniergehölzen hin zur Klimaxgesellschaft. Auf diversen Flächen lässt man diese natürliche Entwicklung zu. In Anbetracht der Wahrung aller Waldfunktionen (Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion) und der notwendigen Anpassung unserer Wälder an den Klimawandel können wir allerdings nicht überall hunderte von Jahren warten.
Bei den Aufforstungen und auch bei der regulären Waldbewirtschaftung setzt man inzwischen auf eine möglichst hohe Biodiversität des Ökosystems. Neben der Baumartenmischung spielt auch der Strukturreichtum im Wald eine große Rolle. Über Pflegeingriffe werden – insbesondere in gleichaltrigen Beständen – Lichtschächte geschaffen, die eine natürliche Verjüngung und mehrschichtige Waldstrukturen ermöglichen und Mischbaumarten fördern. Im gesamten Stadtwald ist aber auch die Anreicherung mit stehendem Totholz, der Erhalt von Habitatbäumen (Ein lebender oder toter, stehender Baum, der mindestens einen besonderen Kleinstlebensraum hat) sowie „Baum-Methusalemen“ nicht nur aus ökologischen Gesichtspunkten wichtig. Je artenreicher das Ökosystem ist, desto stabiler und zukunftsfähiger ist es auch.
Autoren: Revierförster Philip Fortströer und Dr. Margret Bergmeier
